Katzenbiographie – Teil 8

25. Februar 2010 Von: Ursula Kategorie: Fellnasen, Samtpfoten

Mein Gott! Was ist denn das?
Hau ab du Ungeheuer das ist unser Garten!
Verwirrt rannten wir im Haus umher und schrien!

Und dann kam’s ganz dicke!!  Sind denn unsere Menschen nun total bescheuert oder was? In wenigen Stunden, genauer gesagt während nur einer Nacht, haben sie unser aller Leben total umgekrempelt und dieses Ungeheuer ins Haus geholt.


Er ist ein Afghanen-Rüde und wurde in einer Blitzaktion vor einer Versteigerung gerettet und bei Nacht und Nebel vom Tessin in die Deutschschweiz gebracht. Ein Scheidungshund, der plötzlich niemanden mehr hatte auf dieser Welt ausser seiner Züchterin. Sie hat ihn dann auch zu uns nach Hause gebracht – eigentlich nur für 14 Tage Urlaub. Aber die kannte unsere Zweibeiner schlecht. Am 25.7.02 kam Calimero zu uns und am 27.07.02 war er untersucht und gechippt und gehörte zu unserer Familie – er war adoptiert. Nun ja, also mehr von den Menschen als von uns Samtpfoten. Zugegeben wir haben ihn immer interessiert beobachtet von unseren Katzenbäumen aus, das war spannend! Im Haus durfte er frei herumlaufen, denn wir Siams hatten ganz viele Fluchtwege, die für diesen Riesenhund unerreichbar waren trotz seiner Grösse. Ganz am Anfang war der ja sowas von spindeldürr, er hatte immer Durchfall und dann war er natürlich noch nicht so ganz zu Hause hier. Von unseren Menschen wissen wir, dass er sehr vernachlässigt worden ist, Null Fellpflege, Null Spaziergänge und dann hatte er Untergewicht und vor allem fast keine Muskeln mehr. Papa als Marathon-Läufer entwickelte ein Aufbau-Training für unseren Calimero. Richtig Bubi die Spaziergänge die er anfangs machen konnte … die Runden waren fast kleiner als bei uns Katzen, doch er schaffte nicht mehr anfangs. Also so ein armer Hund … aber er klagte nicht, er lag einfach da und schlief ganz viel. Doch Mama konnte ihn nicht alleine lassen, denn dann begann er fürchterlich zu heulen – er wollte nicht mehr alleine gelassen werden. Nie wieder!  Also richtete Papa das Auto von Mama so ein, dass hinten ein Hundeabteil entstand und von nun an schleppte sie ihn überall hin mit, Freunde besuchen, Einkauf, etc. Er liebte das Autofahren sehr und vor allem fühlte er, dass er im Auto sicher war, denn irgendwie wusste er, dass die Menschen immer wieder zurückkommen würden. So waren die beiden täglich unterwegs für Stunden und das Haus und der Garten gehörten wieder uns. 
Wir Katzen brauchen nur unsere Ruhe mehr nicht ;-)
Herzlichst
Sokrates

 

ein Kommentar zu“ Katzenbiographie – Teil 8 ”

  1. # 1 RAINBOW schreibt:

    Lieber Sokrates,

    schön, dass Ihr Calimero so gut aufgenommen habt. Ich glaube er hat viel durchmachen müssen in seinem Leben bevor er zu Euch kam – das spüre ich schon durch Deine Erzählung. Sicher hätte er ohne Deine Hilfe es nicht so gut geschafft. Vielen Dank!

    Ich freue mich immer wieder auf Deine Erlebnisse, Du kannst sehr bildhaft erzählen und ich fühl mich beim Lesen mit Euch verbunden!

    Liebevolle und neugierige Grüße
    RAINBOW

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