Katzenbiographie – Teil 5

4. Februar 2010 Von: Ursula Kategorie: Samtpfoten

Langsam gewöhnten wir uns an unser Zuhause und nach drei Wochen durften wir das erste Mal nach draussen. Oh war das schön, dasitzen und in die Sonne blinzeln. Ich konnte das stundenlang einfach so geniessen. Meine Menschen nannten das die Sonne anbeten. Ja ich bete sie noch heute an und immer wenn die Sonne scheint, will ich einfach raus ;-)

Gespielt wird im Haus und das stundenlang. Mein geliebtes Spielzeug ist eine gelbe Ente, die Mama schon zig mal nähen musste, weil ich da immer die Füllung rausziehe. Die Ente treibe ich dann wie ein Eishockeyspieler mit den Pfoten vor mir her – rechts – links, rechts – links so ein richtig gut aufgezogenes sokratisches Powerplay auf Keramik! Damit habe ich meine Menschen oft zum Lachen gebracht.

Isis dagegen spielte gerne mit einem kleinen Ball, den sie in einer Decke pausenlos versteckte und wieder ausgrub.

Meine gelbe Ente war natürlich eines Tages nicht mehr zu flicken. Also hat Mama die Füsse abgetrennt und zugenäht und damit habe ich jahrelang gespielt. Trotz Suche in allen Spielwarenläden verschiedener Städte gelang es unseren Menschen nicht, mir eine gleiche Ente zu kaufen. Denn die, die wohl gleich aussahen, waren mit Streu gefüllt und das mag ich gar nicht. Sie waren nicht so federleicht wie ‘meine’ Ente. Ja ‘meine’ Ente habe ich selber gefunden. Sie lag in einem Nachbarsgarten. Ich hab sie nach Hause gebracht. Mama fand das nicht in Ordnung und hat in der Nachbarschaft rumgefragt, doch keiner kannte diese Ente – also durfte ich sie behalten ;-)

Unser Chef der Anubis der hat ja Dinge nach Hause geschleppt, das gibt es gar nicht! Einmal kam er morgens früh nach Hause und stolzierte mit einer Mütze aus Wolle rum. Ein paar Tage später kam er mit einem mit Wolle überzogenen Kleiderbügel nach Hause. Doch das Problem entstand bei dem Katzentürchen – quer ging das Ding da nicht durch. Als Mama den Kleiderbügel fand und wieder war Wolle mit ihm Spiel, ging ihr endlich ein Licht auf. “Jetzt weiss ich, warum meine Strickjacke ein Riesenloch hat. Anubis frisst Wolle” sagte sie am Abend zu Papi. Von diesem Moment an waren alle Wollsachen hinter Schloss und Riegel. Nicht eine einzige Socke liess sich mehr erhaschen…

Der Anubis tat mir leid und so schleppte ich eines Tages den Wollteppich, den ich bei den Nachbarn gefunden hatte, nach Hause. Das war eine Riesenanstrengung für mich und ich schaffte jeweils einen halben Meter und musste dann wieder ausruhen. Was ich nicht wusste war, dass sowohl die Nachbarin als auch meine Mama meinem Treiben grinsend zusahen. Ist überhaupt nicht fair, die hätten wenigstens ein bisschen mithelfen können.

Tja Jäger bleibt Jäger und er braucht seine Trophäen also begann Anubis Tiere nach Hause zu schleppen. Papi staunte nicht schlecht, als er mal ein Kaninchen fand, vor der Katzentüre. Anubis brachte das Ding nicht durch das Törchen. Papi hat das tote Tierchen vergraben und zwar so, dass wir nicht Zutritt hatten und dort kamen später noch eine Taube dazu und diverse andere Vögel. Mäuse waren ja normal, das waren die lebendigen Geschenke an unsere Menschen und die lieferten wir immer frei Haus. Mama hatte dann ihre liebe Mühe, sie zu fangen und wieder nach draussen zu bringen :-)

Unser Leben war total spannend!
Euer Sokrates

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3 Kommentare zu“ Katzenbiographie – Teil 5 ”

  1. # 1 RAINBOW schreibt:

    Lieber Sokrates,

    vielen Dank für Deine lustigen Erlebnisse in Deiner Familie.
    Ich musste wirklich lachen, bei der Vorstellung, wie Ihr Euch als Jäger und Sammler entpuppt. Ich dachte nur Elstern wären diebisch ;o).

    Genießt Euer SEIN in der Natur und bei den Menschen !
    Liebevolle Kuschelgrüße
    RAINBOW

    [Antwort]

    Fellnasen Antwort vom Februar 10th, 2010 09:00:

    @RAINBOW,

    Hallo liebe Rainbow
    ja ich habe ganz viele lustige Erlebnisse, an die ich mich gerne zurückerinnere – gerade jetzt im Winter, wo ich nicht rausgehen kann, weil viel zu viel Schnee liegt. Ich sitze dann jeweils nur ein bisschem auf dem Fensterbrett und atme die kühle Luft ein, aber mir kalte Pfoten holen? Nein danke.
    Herzlichst
    dein Sokrates

    [Antwort]

  2. # 2 Michèle schreibt:

    Hallo lieber Sokrates
    Also wir gehen jeden Tag nach draussen, manchmal nicht so lange. Aber das Revier muss einfach abgecheckt werden. Und manchmal erwischen wir unseren grossen Bruder noch auf dem Spaziergang und können ihn ein bisschen ärgern, das macht Spass.
    Köpfchen-Näschen
    Aline, Aisha, Ambra und Anja mit Michèle und Enekoh Wakass

    [Antwort]

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