Katzenbiographie – Teil 9
Was denkt ihr, wer der Rudelführer ist?
Ganz genau der weisse Siamesenkater namens Anubis. Es gab überhaupt keine Auseinandersetzung.  hier weiter lesen →
Was denkt ihr, wer der Rudelführer ist?
Ganz genau der weisse Siamesenkater namens Anubis. Es gab überhaupt keine Auseinandersetzung.  hier weiter lesen →
Mein Gott! Was ist denn das?
Hau ab du Ungeheuer das ist unser Garten!
Verwirrt rannten wir im Haus umher und schrien!
Und dann kam’s ganz dicke!! Sind denn unsere Menschen nun total bescheuert oder was? In wenigen Stunden, genauer gesagt während nur einer Nacht, haben sie unser aller Leben total umgekrempelt und dieses Ungeheuer ins Haus geholt.

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Ein Geräusch genügte: Papa musste nur das Fleischmesser am Stahl wetzen und schon kamen wir aus allen Himmelsrichtungen herbeigestürmt. Wenn wir nicht schon vorher in der Nähe vom Grill sassen und warteten, so auf  jeden Fall jetzt nach dem Messerkommando. Und wir schrien was die Lungen hergaben.Â
Grillfleisch her… Grillfleisch her… Grillfleisch her…!
Papa hatte immer so seine liebe Mühe mit uns, denn wir waren überall und er wusste nicht, wo wehren. Für Grillfleisch liessen wir uns die fiesesten Tricks einfallen.
Unsere Grillabende waren ein Ritual. Zuerst wurde für uns Fellnasen grilliert – Pouletbrust … jammijammi – da bekomm ich gleich Hunger. Papa hat immer nur ganz feine Grillstreifen gemacht, so dass das Fleisch innen noch so lecker saftig war – eben genauso, wie wir es liebten.
Während wir unsere Teller leer schlabberten, kamen dann so riesige Fleischfladen für Menschen mit Gewürz auf den Grill. Ausser Anubis mochte das keiner von uns. Unser Capo hatte immer Hunger oder sagen wir mal Lust auf was Feines - er war halt ein waschechter Siamese und bettelte von daher schon aus Prinzip ![]()
Manchmal haben wir nach dem Essen noch ein bisschen Holz aufgelegt und die Flammen genossen, den Kerzenschein und den Sternenhimmel und liessen uns knuddeln.
So schön können Sommerabende sein!
Davon träume ich jetzt, wo der Schnee so hoch liegt, dass ich nicht mehr spazieren gehen kann.
Mama hat gesagt:”Ja lieber Sokrates, der nächste Sommer wird wieder so werden wie früher und wir werden wieder ab und zu grillieren.”
Da freue ich mich drauf, denn ich habs vermisst.
Euer Sokrates
Anubis, Isis, Osiris und ich liebten die Katzenspaziergänge über alles. Unsere Menschen mussten nur auf den Feldweg, der hinter unserem Haus durchführte,  hinausgehen und schon kamen wir aus verschiedenen Himmelsrichtungen angerannt. Wir wussten aber auch, dass die Menschen auch mit denen, die sich verschlafen haben, oder aus irgendeinem anderen Grund den ersten Spaziergang verpassten, einen zweiten unternehmen würden. Sie nahmen sich immer sehr viel Zeit für sich und uns Samtpfoten; sie sprachen miteinander und genossen die Natur, während wir um die Wette rannten, oder ein bisschen miteinander rauften. Für Mama und Papa war das immer ein Zeichen:”Alle sind da, alle sind wohlauf! Der Familie geht es gut!”
Oh ja manchmal haben wir Mama’s Nerven arg strapaziert. Einmal war Anubis verschwunden für drei Tage. Eines Morgens hat dann eine Nachbarin angerufen, eine weisse Katze sei bei ihr im Garage und liesse sich nicht raustreiben. Mama schaute sich das an und war sehr, sehr erstaunt Anubis total ausser sich vorzufinden. Sie redete ihm gut zu, fasste ihn aber nicht an, denn das wäre auch für sie zu gefährlich gewesen und hätte nur noch mehr Stress für ihn bedeutet. Endlich, endlich hörte Anubis auf ihre Worte und ging aus dem Garage hinaus und auf sie zu. Sobald er bei Mama war, war er schlagartig ruhig und marschierte neben ihr her nach Hause. Zu Hause futterte er in sich hinein bis er schier platzte.
Mama hat dann bei der Nachbarin nachgefragt wegen eventueller Schäden, Putzarbeiten, etc. Es hiess, es sei alles in Ordnung, er hätte nur das Gestell mit den Dior-Schuhen leer gefegt. Schuhe von Dior? Siamkater hat erlesenen Geschmack!
Wo aber Isis sich während fünf langen Tagen aufgehalten hat, dieses Geheimnis hat sie uns nie verraten. Wir Siamesen sind halt neugierig und gehen überall rein, wo eine Türe offen steht und so kann es vorkommen, dass wir dann eingeschlossen werden. Wenn Nachbarn in den Urlaub verreisten, waren unsere Menschen besonders achtsam – sie kannten unsere Schwächen genau
Im Sommer war die Sucherei jeweils nicht ganz so einfach, weil vor allem Osiris sich tagelang in den Maisfeldern aufhielt und nur noch zu den Mahlzeiten nach Hause kam. Er liebte die Maisfelder über alles. Im Sommer war es da schön schattig und angenehm kühl.
Herzlichst
euer Sokrates
Langsam gewöhnten wir uns an unser Zuhause und nach drei Wochen durften wir das erste Mal nach draussen. Oh war das schön, dasitzen und in die Sonne blinzeln. Ich konnte das stundenlang einfach so geniessen. Meine Menschen nannten das die Sonne anbeten. Ja ich bete sie noch heute an und immer wenn die Sonne scheint, will ich einfach raus
Gespielt wird im Haus und das stundenlang. Mein geliebtes Spielzeug ist eine gelbe Ente, die Mama schon zig mal nähen musste, weil ich da immer die Füllung rausziehe. Die Ente treibe ich dann wie ein Eishockeyspieler mit den Pfoten vor mir her – rechts – links, rechts – links so ein richtig gut aufgezogenes sokratisches Powerplay auf Keramik! Damit habe ich meine Menschen oft zum Lachen gebracht.
Isis dagegen spielte gerne mit einem kleinen Ball, den sie in einer Decke pausenlos versteckte und wieder ausgrub.
Meine gelbe Ente war natürlich eines Tages nicht mehr zu flicken. Also hat Mama die Füsse abgetrennt und zugenäht und damit habe ich jahrelang gespielt. Trotz Suche in allen Spielwarenläden verschiedener Städte gelang es unseren Menschen nicht, mir eine gleiche Ente zu kaufen. Denn die, die wohl gleich aussahen, waren mit Streu gefüllt und das mag ich gar nicht. Sie waren nicht so federleicht wie ‘meine’ Ente. Ja ‘meine’ Ente habe ich selber gefunden. Sie lag in einem Nachbarsgarten. Ich hab sie nach Hause gebracht. Mama fand das nicht in Ordnung und hat in der Nachbarschaft rumgefragt, doch keiner kannte diese Ente – also durfte ich sie behalten
Unser Chef der Anubis der hat ja Dinge nach Hause geschleppt, das gibt es gar nicht! Einmal kam er morgens früh nach Hause und stolzierte mit einer Mütze aus Wolle rum. Ein paar Tage später kam er mit einem mit Wolle überzogenen Kleiderbügel nach Hause. Doch das Problem entstand bei dem Katzentürchen – quer ging das Ding da nicht durch. Als Mama den Kleiderbügel fand und wieder war Wolle mit ihm Spiel, ging ihr endlich ein Licht auf. “Jetzt weiss ich, warum meine Strickjacke ein Riesenloch hat. Anubis frisst Wolle” sagte sie am Abend zu Papi. Von diesem Moment an waren alle Wollsachen hinter Schloss und Riegel. Nicht eine einzige Socke liess sich mehr erhaschen…
Der Anubis tat mir leid und so schleppte ich eines Tages den Wollteppich, den ich bei den Nachbarn gefunden hatte, nach Hause. Das war eine Riesenanstrengung für mich und ich schaffte jeweils einen halben Meter und musste dann wieder ausruhen. Was ich nicht wusste war, dass sowohl die Nachbarin als auch meine Mama meinem Treiben grinsend zusahen. Ist überhaupt nicht fair, die hätten wenigstens ein bisschen mithelfen können.
Tja Jäger bleibt Jäger und er braucht seine Trophäen also begann Anubis Tiere nach Hause zu schleppen. Papi staunte nicht schlecht, als er mal ein Kaninchen fand, vor der Katzentüre. Anubis brachte das Ding nicht durch das Törchen. Papi hat das tote Tierchen vergraben und zwar so, dass wir nicht Zutritt hatten und dort kamen später noch eine Taube dazu und diverse andere Vögel. Mäuse waren ja normal, das waren die lebendigen Geschenke an unsere Menschen und die lieferten wir immer frei Haus. Mama hatte dann ihre liebe Mühe, sie zu fangen und wieder nach draussen zu bringen
Unser Leben war total spannend!
Euer Sokrates
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