Janaan hat heute Morgen ganz intensiv etwas im Erika-Beet ‘angeschnauft’ und mich damit zu sich gerufen, denn ich interessiere mich immer für alles was meine Fellnasen so entdecken. Hier die Bilder dieses Objektes:

Â

Â
Ein abgelegtes Kleid einer Schlange – sie ist einfach aus ihrer Haut ‘gefahren’. Wir Menschen tun das etwa, wenn wir ausser uns sind vor Zorn
, unsere Kleider hängen wir ja bekanntlich schön an die Bügel und lassen sie nicht einfach rumliegen oder?
Nun was an dieser Geschichte sehr bemerkenswert ist und vielleicht diejenigen interessiert, die selber nicht solche Beobachtungen anstellen können: Wenn ein Hund (und ich spreche hier von Windhunden – speziell von Afghanen) etwas sehr Spannendes entdeckt, eben ein rumliegendes Schlangenkleid, einen toten Fisch an Land, ein Mauseloch, etc. – der Tag ist lang und die Möglichkeiten vielfältig – dann schnauft er das Objekt zuerst intensiv an. Er erwärmt also die Umgebung seiner Nase mit seiner Atemluft, um danach die sich entwickelte Duftnote voll zu inhallieren … und das mehrmals hintereinander! Ein ziemlich geräuschvolles Schnauben;-)! Dann kommt der Entscheid graben bei Mäusen, sich darin wälzen beim toten Fisch oder anderen Dingen (von uns Menschen unter Stinksachen eingeordnet), oder hund geht weiter, weil Objekt nicht weiter interessiert…
Ich habe keine Erfahrungen mit anderen Hunderassen und frage deshalb Michèle, die durch ihre Tätigkeiten als Tierkommunikatorin und Hundetrainerin mit ganz vielen Hundearten in Kontakt kommt: “Tun das alle Hunde? Hauchen alle ihre ‘gefundenen’ Gegenstände zuerst an, um den Geruch zu verstärken?
Antwort von Michèle:
Der Hund kann Gerüche nicht nur über die Nase aufnehmen, sondern auch über den Mund/den Fang. Kann man beim Geruchaufnehmen über ein rassespezifisches Verhalten reden? Es gibt Hunde, die können einer Fährte besser über die Luft folgen, andere über den Boden (von der gleichen Rasse) – deshalb finde ich ja die Fährtenarbeit nach „Büchlein“ nicht gut, weil hier wieder nicht individuell auf den Hund eingegangen wird, sondern es alle gleich tun müssen. Das Schnaufen/Hauchen, kann ich bei Wakass auch beobachten, wenn er sich an einem Mauseloch zu schaffen macht oder sonst etwas Interessantes unter der Nase hat. Ich ordne das der „Nasenarbeit“ zu, welche für alle Hunde zutrifft. Die Jagd kann zwar unterschiedlich erfolgen (über eine Spur oder auf Sicht), aber der „Riecher“ funktioniert bei allen Hunden phantastisch, egal ob Rasse- oder Mischlingshund.
Mit dem Wälzen parfümieren sich die Hunde mit dem Duft des Wildes ein. (Fuchskot, Hasenkot, Rehkot, tote Mäuse, Fische oder Vögel). Sie wollen damit ihren eigenen Geruch überdecken für eine allfällige Jagd.Â
Liebe Michèle ich danke dir für deine sehr interessanten Erläuterungen.
ich habe mir gerade Junah vorgestellt, die sich auf einem toten Fisch wälzt und dann mit gegen 50 Km/h abzischt auf die Jagd – gibt es wirklich so schnelle Fische?
Die Tierwelt ist einfach faszinierend!
Ursula
.